- Von René Schindler
- Dauer: 15 Minuten
- Erfahre, welche Tätigkeiten und Branchen sicher sind und warum das mitunter wenig mit einem selbst zu tun hat-
- Im Dschungel der Jobinfos
- Unabhängig von Ukraine, Covid und Energie-Krisen: Beamtenschaft
- Das systemrelevante Gesundheitswesen
- Selbst und ständig – freie Berufe
- Freiberuflich tätig und medizinisch ohne Studium – geht das denn?
- Die Funktionselite
- Blickwinkel aus den Branchen
- Hände können mehr als swipen und scrollen
- Ich will da rein… Jobs in NPO, Politik und Regierungen
- Kostenlos und alles meins- kann man auch ne Abkürzung nehmen?
- Schattenseiten
Oder: warum so etwas Gossip ist und welche Berufe verdammt sicher sind, egal welche Krisen gerade laufen.
Im Dschungel der Jobinfos
Einkommen, Verdienste, Studienzeiten oder die besten Unis – pünktlich zum Semester- oder Ausbildungsbeginn bekommt man On- und Offline im Dschungel der Ratgeber all das was Begehrenswert erscheint.
Einen super bezahlten Job (meistens Arzt, Jurist, oder als Ingenieur) die Ranglisten der Spitzenunis und Hochschulen in den Hochglanzmagazinen der Hochschulkulturen usw. usf. Karriereaffine Messen, Kongresse, Empfehlungen, Job-Speeddatings – es gibt viele Formate, welche das Interesse nach beruflicher Bildung bedienen und auch gewaltige Nachfrage danach.

All diese reißerischen Überschriften rund um Titel, Einkommen und Ausbildung betrachten das ganze allerdings sehr eindimensional- und blenden das entscheidende oft aus.
Ebenso ist kaum bei solchen Karriereinfos, ob in gedruckter Form, auf einem Onlineportal oder aufeiner Karrieremesse die Rede, wie der Berufsalltag wirklich aussieht, z.B. mit einem hohen Wochenstunden Output (medizinischer Sektor), unausgesprochene 24/7 Erreichbarkeit, auch und besonders im Urlaub (Juristische Berufe in Kanzleien) sowie informellen Machtstrukturen, welche bei Nichtbeachtung Laufbahnen torpedieren können (Beamtentum).
Fragt man junge Menschen, was ihnen außer dem Gehalt und dem Status besonders wichtig ist, fallen vor allem Punkte wie:
- Hohe Sicherheit
- Stressfreies Arbeiten
- Wertschätzung der Qualifikation
- Sinnstiftenden Tätigkeiten
- Schutz vor Arbeitslosigkeit
Wir haben in Deutschland einige Berufsgruppen quer durch alle Branchen, bei welchen diese Faktoren anzutreffen sind. Im englischen Sprachraum werden solche Jobs als sog. Job Prestige bezeichnet. Andere Quellen sprechen auch, von Safe-Jobs.
Bei uns kennt man sie als Status Jobs, und diese sind dadurch gekennzeichnet, dass mit einer bestimmten Qualifikation die Türen zu bestimmten Berufsgruppen geöffnet werden, welche sehr hohe Sicherheiten versprechen, mit hohem Ansehen verbunden + systemrelevant sind, oder sich diesen Status sicherten und für die besondere Rechtskreise geschaffen wurden und die mit vielerlei Privilegien verbunden sind.
Unabhängig von Ukraine, Covid und Energie-Krisen: Beamtenschaft
An allererster Stelle sind die Beamten zu nennen. Darunter fallen Bundes-, Landes-, und Kommunalbeamte. Also konkret wären das folgende Berufsgruppen: die Polizei, die Lehrerinnen und Lehrer, die Richter (diese sind, wie weiter unten ausgeführt wird, doppelt Statusintensiv), aber auch die Personen, welche in den Gemeinden, den Bundes- oder Landesbehörden arbeiten und allgemeine, sog. hoheitliche Aufgaben wahrnehmen.
Z.B. einen Fischereischein ausstellen (nach erfolgter Prüfung), Reisepässe verlängern sowie Führungszeugnisse ausstellen o.ä.
So stellt man sich den klassischen Beamten in einer Behörde vor.
Sie haben ein sog. Dienst- und kein Arbeitsverhältnisse inne, schwören Treue auf die bundesdeutsche Verfassung und den Staat und sind, das mutet in der heutigen Zeit mystisch an, quasi unkündbar und tragen spezielle Berufsbezeichnungen wie Amtsinspektor, Studienrat oder Hauptwachtmeister.
Beamte genießen noch weitere Privilegien, wie z.B. die Private Krankenversicherung und die Beihilfe dazu durch den Staat. (Angestellte dürfen sich privat versichern wenn sie die sog. Versicherungspflichtgrenze (oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze) von derzeit 66.600,-€ (Stand 2023) jährlich erreichen, und Selbständige dürfen dies ohne jegliche Einkommensgrenze.
Sowohl Selbstständige wie angestellte Arbeitnehmende erhalten KEINE Beihilfe durch den Staat. Verbeamtete Personen erhalten ebenso Sondertarife bei Versicherungen und für die Baufinanzierung.
Die Probezeit von Beamt:innen ist im Vergleich zu Angestellten deutlich länger – diese beträgt bei Angestellten i.d.R. bekanntlich 6 Monate maximal (mit Befristung auch zwei Jahre oder länger, § 3 TzBfG) und im Beamtenverhältnis sind es bis zu 5 Jahre.
Auch ist die Laufbahn von wenigen Faktoren abhängig und man steckt doch mitunter in einem engen Korsett – da einem die Bewertung durch Vorgesetzte doch diese Laufbahn erheblich beeinträchtigen können.
Beamte erhalten auch eine Pension, welche deutlich üppiger (max. 71,75%) ausfällt als die gesetzliche Rente (davon kann man nur träumen – knapp unter 50% erhalten Rentner:innen) und aus allgemeinen Steuermitteln gezahlt wird.
Dies ist ebenfalls ein Anachronismus, welcher in Zeiten knapper Renten, zunehmender Staatsverschuldung und immer höheren Budgets für die Verteidigung, Bazookas gegen Corona und Hilfen für veränderte gesellschaftliche Realitäten fraglich erscheint.
Im Klartext bedeutet dies: jede Person in einem Beamtenverhältnis zahlt zwar Steuern, allerdings ohne Budget für die eigene Pensionsansprüche, welche sich zwar analog zu Rentner:innen ebenfalls nach der Anzahl der Beitragsjahre (ergo Berufsjahre) bemessen, aber eben aus allgemeinen Steuermitteln gezahlt wird.
Erwähnenswert ist noch, dass auf Grund der Besonderheit der Anstellungsart zwar Beamt:innen Mitglied einer Gewerkschaft sein dürfen, aber das Recht zum Arbeitsstreik entfällt, da ihnen als Staatsbedienstete dies untersagt ist.
Hierüber gibt es geteilte Meinungen, berufstätige Menschen in Beamtenverhältnissen erachten dies als eklatanten Nachteil. Auf Grund der oben ausgeführten Vorteile des verbeamteten Dienstverhältnisses darf sich jede lesende Person gern ein eigenes Urteil bilden.
Zutritt in den Beamtenstatus, welcher nach Branche und Funktionalität vielfältig ist, ist nur per einschlägiger Qualifizierung möglich. Egal ob man als Grundschullehrerin, Polizist, Finanzbeamter oder Hochschulprofessor arbeitet.
Für alle weiteren Berufsbilder, für welche man sich mit einem Abschluss qualifiziert, sind Branchenspezifisch und auf eine oder maximal zwei Funktionsbereiche definiert.
Das systemrelevante Gesundheitswesen
Um im Gesundheitswesen tätig zu sein, ist eine dafür benötigte Ausbildung notwendig- sei es als Arzt (5 Jahre Studium, Plus Assistenzart und der Spezialisierung) oder Krankenpfleger, Medizinische Fachangestellte (MFA) oder ähnliches.
Ärzte und Zahnärzte verfügen über ein eigenes Kammerwesen, eigene Versorgungswerke (für Rente und Fürsorge) und das Gesundheitswesen gilt als zu relevant- das Budget beziffert sich in 2023 auf 474 Mrd. Euro. Gesund leben, das erreichen eines hohen Lebensalters und auch im Alter auf medizinische Versorgung zurückzugreifen gilt erstrebenswertes Ziel in Industriegesellschaften.

Auch die MFA, Pfleger usw. haben für diese Tätigkeiten eine duale Ausbildung mit Prüfung vor der jeweilgen Kammer durchlaufen und diese ist unabdingbare Voraussetzung für eine Anstellung in dieser Funktion der Branche.
Zu den Medizinischen Qualifikationen gehören noch der Tiermediziner und der Apotheker (Apotheken zählen zur systemisch zur Unterstützungsstruktur im medizinsichen Sektor, mit eigenen Kammern und berufsständischer Versorgung). Für Absolventen dieser Berufe öffnen sich die Türen mit dem Erwerb der Studien-Abschlüsse.
Bei den Psychotherapeuten regelte das 1999 in Kragt getretene Psychotherapeutengesetz (PsychThG) diesen Status- dieser Personenkreis darf Therapie mit Patienten mit den Krankenkassen abrechnen (aber auch nur auf vier Verfahren anwenden: Psychoanalyse, Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie und Systemische Therapie).
Hierfür sieht das PsychThG-Gesetz zwei Wege vor:
1) Man studiert Medizin und erlernt anschießend ein Psychotherapie Verfahren, erhält einen der seltenen Kassensitze und darf Patienten in Behandlung mit den Geetzlichen Krankenkassen abrechnen.
2) Man studiert Psychologie auf Master (mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie), erhält anschließend eines der Therapieverfahren und erhält einen der Kassensitze für die Abrechnung mit den Patienten.

Nach der Betrachtung der Medizinischen und Psychotherapeutischen Berufe, schauen wir uns die Berufsgruppen der freien Berufe etwas genauer an.
Selbst und ständig – freie Berufe
Da wären zu allererst die Juristen zu nennen. Die ist die Statusbezeichung von Personen, welche als Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt arbeite.
Das Juristische System in unserem Staat ist quasi das Grundgerüst von allem – und einem studierten Juristen (5 Jahre Studium, plus Referendar usw.) eröffnen sich hervorragende Möglichkeiten, sei es beim Staat (siehe obigen Punkt übers Beamtentum) aber auch als Angehöriger des freien Berufsstandes des Rechtsanwaltes, mit Kammerzulassung (und eigenem berufsständischem Versorgungswerk) oder als sog. Syndikus-Anwälte in Firmen.
Juristen gelten als Halbgötter in Schwarz, die Abläufe am Gericht sind in eigenen Rechtsnormen gefasst, wie der Zivilprozessordnung & der Strafprozessordnung.)
Juristisches Wissen im Straf- und Zivilrecht, dem Arbeits- und Sozialrecht sowie dem Steuerrecht stellt eine Kompetenz dar, welche stark nachgefragt wird.
Unser ganzes Leben ist quasi juristisch flankiert und auch wenn die meisten Bürger:innen damit mehr abstrakt zu tun haben, erfüllt das rechtliche eine so. Leitplanken Funktion, innerhalb derer man sich rechtssicher bewegen kann. Und beraten dürfen, na klar, wen wundert es, ausschließlich studierte Rechtsanwälte (m, w, d).
Natürlich muss man kein studierter Voll-jurist sein um sich Expertise in einem bestimmten Rechtsgebiet zu verschaffen, aber um diese Expertise vor Gericht oder gegen einen Streitpartner durchzusetzen, ist der Titel Jurist außerordentlich hilfreich.
Als Unterform davon gelten die ebenfalls den freien Berufen zugeordneten Wirtschaftsprüfer:innen und Angehörige der Steuerberatenden Berufe. Beide Titel kann man erwerben, meist in Kombination als „Upgrade“ zu einem BWL-Studium.
Der Steuerberater (m, w, d) ist dabei etwas besonders- es ist möglich, ohne Studium, mit viel Fleiß diesen Titel neben dem Job mit der Prüfung zu erwerben. Analog verhält es sich mit dem Wirtschaftsprüfer. Beide Berufsgruppen verfügen auch wieder über eigene Berufsständische Kammern und Versorungswerke.
Jede Firma, jedes Gewerbe muss seine Steuerlast erklären und das sind u.a. folgende:
- Gewerbesteuer
- Umsatzsteuer
- Einkommenssteuer
- Körperschaftssteuer
- Grundsteuer
- u.a.
Mit diesen Qualifikationen gehört man zu einem besonderes elitären beruflichen Kreis.
Freiberuflich tätig und medizinisch ohne Studium – geht das denn?
Eine interessante Verbindung von freiem und medizinischem Beruf außerhalb des gesetzlichen Kassen Systems, stellt die Berufsgruppe der Heilpraktiker (m, w, d) allgemein und für Psychotherapie, welche besonders herausragen.
Wissenswert ist, dass man mit der Erlaubnis die Heilkunde ausüben darf, aber vom System der Gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen ist. Möglich macht dies ein Gesetz aus dem Jahr 1939, Artikel 12 des Grundgesetzes über Berufsfreiheit und hinlänglich Gerichtsurteile zum Status.
Diesen Beruf gibt es so nur in Deutschland und allen Kritikern sei gesagt, der als Heilpraktiker kundige Mensch hat als oberste Prämisse die Schadensabwendung zu garantieren, und keine Heilung, dies ist den prestigeträchtigeren Ärzt:innen vorbehalten.
Die Funktionselite
Der Begriff Funktionselite kennzeichnet im Arbeitsrecht einen Typen Angestellten, der für das Funktionieren des Betriebsablaufes überaus wichtig ist – in seinen Tätigkeiten, seinem Wissen und seinen Funktionen. Speziell dafür werden Pilot:innen und Lokführungspersonal genannt – um zwei Gruppen bereits hervorzuheben.
Diese können sowohl im Öffentlichen Dienst, der Privatwirtschaft, als Stabsstelle und bei Betrieben mit diesem Betriebszweck erbracht werden.
In der heuigen Zeit wäre zu aller erst eine berufliche Funktion in der IT zu nennen. In einer Zeit, in welcher immer mehr und mehr digital und online abläuft, benötigt es Fachkräfte die ausgebildet sind damit umzugehen.
IT-Kenntnisse kann man sowohl in Studiengängen an deutschen Hochschulen & Universitäten erwerben, aber auch in einer Ausbildung. Unterschieden werden Technik Schwerpunkte und Service/Administration.
Auffällig ist, die Anzahl von nicht geregelten Fortbildungen im IT-Umfeld, mit Zertifikat durch eigene Verbände. (Je nach Zählung ca. einige Hundert).
Sei es ein bestimmtes Anwendertool, Kenntnisse in Projektmanagement-Methoden oder Kommunikation in Sozialen Medien – für alles gibt es eigene Zertifikate. Oftmals sind auch diese Tätigkeiten ohne diese Spezialisierungen nicht möglich auszuüben.
Die IT-Abteilung hat in Unternehmen der privaten Wirtschaft mit den höchsten Stellenwert, neben der juristischen Abteilung.

Als weitere funktionelle Spezialisten-Berufsgruppen zu nennen sind Chemiker, ob als Studien- oder Ausbildungsberuf. Mithilfe von Chemie ist unser Alltag einfacher – egal ob Mobiltelefone, Autorreifen, Fruchtsäfte oder Medizin – Chemie ist überall.

Und Menschen mit chemischer Ausbildung und Methoden können sich sowohl über ein tolles Gehalt als auch einen sicheren Arbeitsplatz freuen. ACHTUNG– Umweltfreundlich ist die Branche nicht- und es wird mitunter viel Energie benötigt. Gerade eine Energiekrise könnte u.U. zu Disruptionen führen, allerdings hat dies politisch einen sehr hohen Stellenwert.
Generell stellen auch alle Berufe mit Buchhaltungs- und Rechnungswesen Schwerpunkt ebenfalls das, was der Volksmund seine sichere Bank nennen würde. Klar, bedrohen Faktoren wie KI, oder Internationalisierung diesen Beruf, allerdings wird der Menschliche Faktor weiterhin sehr hochgeschätzt.
Ebenso gelten als sichere Statusjobs die Tätigkeiten bei ehemaligen Staatskonzernen auf der Schiene oder in der Luft, wie ich eingangs zu diesem Punkt erwähnt habe.
Blickwinkel aus den Branchen
Neben den freien Berufen und solchen sog. Funktionseliten gibt es noch eine weitere Sparte welche hohe Sicherheit im Job verspricht – die Anstellung bei multinationalen Konzerne, aus der Metall-, Pharma-, und Chemieindustrie sowie sehr starke Marken der Konsumgüterindustrie mit hohem Exportanteil.
Ich denke jemand der regelmäßigen Nachrichten verfolgt und das Wirtschaftsteil der Tageszeitung hin und wieder aufschlägt, weiß von welchen Betrieben hier die Rede ist.
In Deutschland gibt es ca. zwei Dutzend von diesen Groß-Betrieben. Die Politik würde sie als Systemrelevant beschreiben, weil sie vielen Menschen Arbeit gibt, sehr hohe Steuern zahlen, man ihre Produkte weltweit kennt und sie für die Zukunft der Gesellschaft stehen.
In solchen Konzernen ist es eigentlich egal als was man arbeitet- also ob als Buchhalter, Einkäufer oder in der Technik, oder der IT – man hat allein durch die (meist marktbeherrschende) Stellung der Firma, oder Oligopolstrukturen eine sichere Anstellung, mit hohen Betriebsrenten, starkem Status und weiteren Annehmlichkeiten.
Im Idealfall ist man bei einem Konzern angestellt als ITler oder Chemiker oder im Rechnungswesen. Dies bedeutet gleich doppelte Jobsicherheit.
Und generell bieten alle Institutionen, welche sog. Körperschaften des öffentlichen Rechts sind (also Krankenkassen, der Öff.- Rechtliche Rundfunk, Berufsständische Kammern und Behörden) qua Definition sichere Jobs – diese unterliegen zwar auch Veränderungsprozesse hinsichtlich der Digitalisierung, also die Wertschöpfungskette wird kürzer oder ausgelagert, aber man verlagert diese Organisationen und verbundenen Tätigkeiten nicht mach China aus.
Hände können mehr als swipen und scrollen
Es existieren ca. 130 Ausbildungsberufe im Handwerk – z.B. Lackierer, Maler, Maurer oder Tischler, Frisör:in. Im Vergleich zu den Dienstleistungs- und Service Jobs, in welchen der Gang zur Toilette als eine der wenigen manuellen Tätigkeiten, fernab der Digitlisierung, verblieben ist, gelten Jobs in denen man etwas mit den Händen erschafft, als geradezu exotisch.
Tischler, Zimmerleute, Dachdecker, Frisöre, Fliesenleger, Bäcker, Metzger usw. usf. – unser ganzer Alltag wäre ohne diese Dinge nicht erlebbar. Sollen wir die Manufaktur in Länder mit geringer Technologie verlagern? Ist es gesund, dass die meisten Arbeit am PC erfolgt??
Das sich Büromenschen abends ins Fitness Studio quälen, da deren Arbeit überwiegend sitzend am Schreibtisch erfolgt???
Ein klares Nein und Handwerker erziehen mitunter sehr hohe Gehälter, werden quasi nicht arbeitslos, bekommen sofort Arbeit und benötigen oftmals kein Fitnessstudio. Mal drüber nachgedacht?
Handwerk galt einst als Ausdruck unserer Zivilisation, die Maibäume in süddeutschen Gefilden legen noch heute davon Zeugnis ab. Aus der öffentlichen Wahrnehmung ist dies leider verschwunden.
Ebenso kann man sich als Handwerker sehr schnell den Traum einer Selbständigkeit erfüllen, mit Tätigkeiten welche Hand und Fuß haben, einen Sinn stiften und Mehrwert generieren. Im Gegensatz zu vielen künstlich geschaffenen Scheinselständigen, Berater:innen und Life Coaches… aber das ist ein anderes Thema.
Ich will da rein… Jobs in NPO, Politik und Regierungen
Dieses Kapitel ist eine Art Sonderfall – Klar ist, dass auch der Politische Betrieb nicht ohne Stab, Assistenz und Backoffice auskommt. Sicher ist ein solcher Job auch weniger, aber dafür speziell.

Wer weiß, wie die Personen in dieser Blase ticken, Kontakt und Spezialwissen hat, kann sich in diesem Kosmos bewegen. Als Qualifikation hat sich das sog. Ogen-Studium bewährt – Nein, dies ist kein neuer Blockbuster aus dem Hause Walt Disney oder Pixar sondern das suffix der Geisteswissenschaftlichen Studiengänge.
SoziolOGEN, PolitolOGEN, PädagOGEN mitunter auch TheolOGEN.Menschen, die solche Studiengänge absolviert haben, trifft man überproportionaloft in Tätigkeiten von NPOs, Parteien und Regierungen. Diese Studienberufe stellen den Gegenpart der Handwerkerschaft dar, vor allem in soziodemographischer Form.
Ein Job in der NPO, bei einer Partei, in der Regierung ist meist budgetiert, und abhängig von Faktoren, welche oft nicht im eigenen Leisungshorizont liegen. Bei Parteien leuchtet ein, dass diese Jobs auf Zeit ausgeübt werden, ist dies doch Merkmal der Demokratie.
Wenn Abgeordnete oder gar die Partei nicht mehr gewählt wird, so wie 2013, als die FDP aus dem Bundestag flog und es aktuell der Linkspartei drohen könnte.
Dies bedeutet, dass Netzwerkarbeit eine der Kernkompetenzen von Berfufstätigen in diesem Segment sein sollte – jede Tagung, jeder Kongress, wird besucht, auch im Urlaub, an Feiertagen oder persönlichen Highlights (Geburtstage oder Hochzeitstage usw.) regelmäßig die Kontaktliste durchgehen und mit allem möglichen Personen regelmäßig Kommunizieren.
Solche Jobs gehen oft einem Ehrenamtlichen Engagement in einem Verband, einer Organisation oder Partei voraus – und das sollte klar sein, man bindet sich sehr stark an das Milieu dieser Organisation. Wechsel von ideologisch diametral zueinanderstehenden Gruppen sind, trotz gleicher Arbeitsinhalte und Abläufe, kaum möglich. (Niemand würde einen Wechsel als Referent des BUND zum BDI erklären können.)
Trotzdem muss man sagen, dass auch gerade nur solche Personen mit Stallgeruch, also einem Engagement innerhalb der Strukturen der Organisation und Kenntnisse solcher Abläufe, für diese Jobs in Frage kommen.
Und Spaß macht es auch, da diese Tätigkeiten mit vielen Privilegien (vielen Dienstreisen, BahnCards, oder Bomusmeilen, Kontakten zu Promis und deren Entourage aus dem öffentlichen Leben etc.) verbunden sind.
Kostenlos und alles meins- kann man auch ne Abkürzung nehmen?
Kann man einige der oben beschriebenen Tätigkeiten auch ohne die mitunter jahrelange Ausbildung bekommen?
Was denkt ihr…?
Ich löse es mal auf…Man kann z.B. eingeschränkt Steuerberatend tätig werden, da Paragraph 4, Nr. 7 SterBerG die Beratung von Arbeitnehmer: innen im Umfang eines Lohnsteuerhilfevereins erlaubt. Man muss dafür aber in einer Arbeitnehmerähnlichen Organisation arbeiten.
(Oder alternativ im Saarland oder Bremen leben und sich für eine Position in der Arbeitnehmerkammer bewerben. Diese Instanzen gibt es nur in diesen beiden Bundesländern und sind ein Ergebnis der Revolution von 1918.)
Die Tätigkeiten von Ärzten und Psychotherapeuten kann man partiell substituieren in dem man vor dem lokalen Gesundheitsamt die Überprüfung zum Heilpraktiker besteht (Voraussetzung: Ü25, Keine Vorstrafen und mind. Hauptschulabschluss). Siehe wie unter Punkt 4 ausgeführt.
Als (ehrenamtlicher) Richter kann man sich in ein solches Amtsverhältnis wählen lassen, ebenfalls kann man Beratende Tätigkeiten bei den Rententrägern (sog. Versichertenberatende oder -älteste) antreten, über die alle 6 Jahre stattfindenden Sozialwahlen vergeben die an der Wahl Teilnehmenden Organisationen diese Ehrenämter, welche mitunter gut honoriert werden.
Als Angestellte in einer Gewerkschaft (Punkt 10) darf man Mitglieder umfassend Sozial-, Arbeitsrechtlich beraten und bis zur II. gerichtlichen Instanz vertreten, ohne Rechtsanwalt zu sein, oder Jura studiert zu haben. (LINK )
Ebenso gilt dies als Angestellte bei einem Sozialverband (vdk, SOVD & Volkssolidarität) bei welchem man ebenfalls auch ohne Jurastudium fachlich in Sozialrechtlichen Dingen beraten und vor Gericht vertreten darf.
Und natürlich darf man auch als Bestellter Betreuer die Rechtsgeschäfte von Menschen die diese verloren haben, durchführen. Dies ist per se erst mal das Privileg von Juristen.
Und bei allen Wahlen (EU, Bundestag, Landtag, Gemeinderat und Bürgermeister:in) werden immer Ehrenamtliche für den Wahlvorstand gesucht- diese Posten sind für die Dauer der Wahlhandung legitimiert.

Ebenfalls dürfen ehrenamtlich berufene Prüfer:innen der Kammern, hoheitliche Aufgaben wahrnehmen im Ehrenamt.
All diese Jobs wurden unter den Gesichtspunkten Sicherheit und ökonomische Nachhaltigkeit, sowie Status aufgeführt – das krasse Gegenteil dieser Tätigkeiten sind all solche, in welchen das schnelle Geld versprochen wird, man als Freelancer tätig sein soll, für die es oft keine Qualifikation notwendig ist und bei denen man überdurchschnittlich verdienen KANN…
Klar. Das kann alles sein. Ebenso kann man mit 150 km/h unangeschnallt auf der Autobahn fahren und schauen was passiert wenn man ungebremst auf das Stauende zur……..£^,@$€÷&

Schattenseiten
Ein bekannter Männerblogger hat damit kürzlich auf seinem YouTube Kanal geworben, dass man sich Berufsgruppen der Teilnehmer angeschaut hat, die zu den Coaching-Workshop Angeboten kommen…
Und diese Männer haben Defzite in Kommunikation und Interaktion….und siehe da, es handelt sich überwiegend um Personen aus den oben genannten Berufsgruppen. Sollte man daher diese Jobs ungeachtet ihres Status, der Privilegien und des Prestiges NICHT auswählen???
Nein, wie immer im Leben kommt es auf das richtige Maß an. Welche Jobs man unbedingt mal gemacht haben sollte, um sich bestimmte Skills anzueignen, darüber geht es im folgenden Blogartikel.
