Was? Den Schei* soll ich jetzt machen, ernsthaft…?

  • Von René Schindler
  • Lesedauer: 14 Minuten
  • Erfahre, wie du sehr einfache Schlüsselkompetenzen entwickelst und das Fundament Deiner Persönlichkeit festigst.

Es gibt Tätigkeiten, da möchte man im ersten Moment schreiend davonlaufen
  1. Das Auf und Ab im Berufsleben
  2. Practitioner of…. Lebenserfahrung
  3. Master of Kommunikation….
  4. ….and Desaster
  5. Abmarschbereit
  6. 5.000,- € an EINEM Tag…
  7. Ganz unten…
  8. Benefit

Oder: welche Jobs man mal gemacht haben muss, um seiner Persönlichkeit ein solides Fundament zu geben

Das Auf und Ab im Berufsleben

Deutschland gilt als Land, in dem Status besonders viel zählt. Mein Haus, mein Auto, mein Garten usw. Besonders Bildungsabschlüsse und Tätigkeiten werden mit einem Zertifikat honoriert, so das jeder sehen kann, der es möchte, was diese Person für einen beruflichen und sozialen Status hat.

Mein Haus, mein Auto, meine…. Photovoltaikanlage

Besonders Statusbezogene Qualifikationen in sog. Prestige-Jobs (siehe vorheriger Blog Artikel) gelten als die Krönung, in der Medizin, der Juristerei, der Steuerberatung oder in einem großen, multinationalen Konzern.

Aber es gibt bekanntlich Momente, da verlassen Mediziner die Komfortzone des Halbgottes in Weiß und sollen sich um Patient:innen kümmern, die migrantische Wurzen haben, da treten Jurist:innen aus dem Gerichtssaal einer rhetorisch stark geführten Verhandlung in ein Stresstelefonat, in dem ihnen ihr Status wenig bringt und sieht sich ein Steuerberater nach dem verfassen der Umsatzsteuererklärung auf einmal mit aufgebrachten Menschen an der Kasse des Supermarktes konfrontiert.

Als Schlüsselqualifikationen gelten meist methodische und soziale Kenntnisse und Fertigkeiten, mit welcher man vieles im Berufsleben leichter wuppen kann – und diese lernt man leider nicht in überfüllten Hörsälen namhafter Eliteunis, sondern ganz trivial abseits im Jobbing, im Ehrenamt, in der Familie und vor allem in manuellen Tätigkeiten, die niemals digitalisiert werden können.

Practitioner of…. Lebenserfahrung

Neben einem Hochschulstudium werden immer mehr Nachweise sog. Methodischer und kommunikativer Kompetenzen von Bewerberinnen und Bewerbern verlangt. NLP Practitioner, Systemischer Berater, Coach, QM Beauftragter, Scrum Master usw. usf.

All diese Qualifikationen haben gemeinsam, dass sie keiner einheitlichen Regulierung unterliegen, selten einheitliche Standards haben und Ihnen nachgesagt wird, mitunter als künstliche Türöffner für Tätigkeiten dienen.

Überteuertes Stück Papier, als Kompetenznachweis getarnt

Aber was sagt so ein Hochglanz Zertifikat mit den drei Buchstaben wie NLP tatsächlich über die kommunikativen Kompetenzen eines Menschen wirklich aus, außer dem Umstand, dass dafür oft eine vierstellige Summe investiert ausgegeben wurde, man mehrere Wochenenden Zeit in einem Tagungshotel abseits der großstädtischen Ballungsräume verbrachte und eine Abschlussarbeit oder Prüfung absolvieren durfte, deren Bestehens Quote bei nahezu 100% liegt??

Wenn man Personalentscheidern nach Soft Skills fragt, erhält man als Antwort Kommunikationsstark, Stressresistenz, Organisatonstalent, und Teamfähigkeit. Den veränderten Zeiten geschuldet, auch ein Bewusstsein für kulturelle Unterschiede zu besitzen und mit der Diversität der Gesellschaft umzugehen. Wo man solche Fähigkeiten erleben, erlernen und reflektieren kann, zeige ich in den nächsten Abschnitten.

Master of Kommunikation….

In welchen Jobs ist Kommunikation wichtig? Ganz klar, in allen Verkaufs-, Promotion-, oder Akquisejobs. Der Gewinn von Marktanteilen, das kämpfen um Neukunden ist für alle Anbieter, ob NPOS, oder Dienstleister überlebenswichtig. Und dafür benötigt man wenig Fachkompetenz, etwas Methodik, aber überaus viel Soziale Kompetenzen: In Formen der Kundenansprache.

Die einfachste Form ist die Telefonakquise, Adressgenerierung oder das Verkaufen von niederschwelligen, schnellen Konsumgütern. Das wird Outbound genannt und ist im Endverbrauchergeschäft an starke rechtliche Auflagen geknüpft.

Viele große Unternehmen lagern ihre Bestandskundentelefonbetreuung auch ans, dies wird Inbound genannt. Für beide Formate suchen große Call,- oder Contact- oder Communicationcenter immer wieder motivierte Leute, welche Adressen nachtelefonieren, für den Sales qualifizieren oder sich Kundenbeschwerden anhören dürfen.

Man sitzt dabei in einem großen Büro, hat ein Headset auf und bekommt Anrufe im Minutentakt rein, oder wird getrackt wie viele Anrufe (in der Branche Calls genannt) man tätigt. Für diese Tätigkeit erhält man eine kurze Sales Schulung und es kann losgehen. Mit jedem Kaltanruf (so werden Outbound Calls an Interessierte genannt) gewinnt man mehr Selbstvertrauen, Sicherheit und stärkt seine Vertriebsrhetorik (mehr dazu in diesem Blogartikel).

Remote Selling Professional

Und professionelles Telefonieren, auch mit fremden – das ist in jedem Job in der Verwaltung, der Juristerei, der privaten Wirtschaft, in der Medizin eine Fähigkeit, die man beherrschen muss. Und das klappt innerhalb weniger Wochen.

Und verdient dabei noch Geld und muss keine hohen Summen für NLP oder sonstigen Workshops ausgeben. Zudem bedient man sich in den Schulungen für Telefonische Akquise aus dem Methodenkoffer des NLP.

Fazit:

Learning:  Kommunikation und Stressresistenz

Dauer: Mehrere Monate

Bezahlung: Mittel

Quali: Ohne

Location: Theoretisch wo man will, faktisch oft an Firma gebunden

Eine Stufe weiter wäre der klassische stationäre Verkaufsjob in einem Laden oder Geschäft mit, das ist der Unterschied, persönlichem Kundenkontakt. Das wäre das nächste Level, denn egal wie furchtbar sich jemand am Telefon beschwert – man könnte mit auflegen sich aus dieser Situation befreien.

Das geht im Präsenzgespräch nicht. Mit schwierigen Kunden sollte man daher über gute Menschenkenntnis verfügen und eine starke Kommunikation. Ideal dafür eigenen sich stationäre Geschäfte für Konsumgüter, mit hohem Bedarf. Also Telekommunikation, oder Modeketten in der Innenstadt.

POS Manager

Viele Discounter und Supermärkte suchen auch nach Aushilfskräften im Verkauf – aber das ist eher eine Mogelpackung, denn niemand möchte beim Einkauf von Lebensmittel eine dezidierte Beratung über Joghurt A oder B.

Im Lebensmittelladen geht es eher ums Ware verräumen, Aktionen etikettieren oder an der Kasse zu sitzen. (Das wäre wiederum eine neue Qualifikation, die des Stressmanagements, auf welche unten eingegangen wird.)  

Auf Grund der langen Ladenöffnungszeiten (in einigen Bundesländern bis 24 Uhr) kann man sich oft seine Zeiten etwas einteilen, viel in Kontakt mit Menschen treten und vor allem seine Menschenkenntnis stärken und seine sozialen Skills weiter perfektionieren.

Auch Tätigkeiten mit hohem Status müssen mitunter Verkaufen, dies als kleinen Hinweis. Zumal man seine fachlichen Tätigkeiten ideal kombinieren kann mit denen einer jeweiligen Verkaufstätigkeit. Ein verschlossener ITler könnte einige Wochen in einem Computerfachgeschäft aushelfen, um seine sozialen Skills somit in seinem Lieblingsgebiet auszubauen.

Fazit:

Learning:  Kommunikation und Menschenkenntnis

Dauer: Mehrere Monate bis Jahre

Bezahlung: Mittel bis hoch

Quali: je nach Branche und Tiefe der Produkte

Location: Stationär, da an Öffnungszeiten gebunden

Die dritte Stufe wäre ein Job als Promoter. Wer kennt es nicht, man schlendert die Fußgängerzone entlang und wird plötzlich von jungen Menschen aus de Nichts angehauen, ob man nichts gegen die Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe, Artensterben, Ungerechtigkeit usw. tun könne und dafür 2,-€ am Tag investiert?

Wo sind die Fachkräfte, wenn man sie braucht?

Schon die überfallartige, dramatische Kontaktaufnahme ist Teil der Qualifikation der Promoter, meist werden Abos, oder Spenden oder andere längerfristige Aktionen verkauft. Ausnahmen bestätigen die Regel und auch das verteilen von Flyern oder Aktionen für Neueröffnungen fallen darunter, aber man kombiniert beide Welten: Kaltakquise mit der Erfahrung von stationären Verkaufsjobs und einer hohen Stresstoleranz.

Auch ist so ein Job nicht regelmäßig meist über einige Wochenenden, oder einige Tage am Stück. Dafür erhält man auch eine Schulung und diese Tätigkeiten kommen im Lebenslauf sehr gut an – belegen sie doch Durchhaltevermögen, Stresstoleranz und Disziplin.

Dafür suchen Agenturen immer wieder freiwillige, in Festanstellung, oft auch als Freelancer. Auch mehrere Monate als Promoter in den Einkaufsmeilen bundesdeutscher Großstädte formen Skills für ein Leben lang.

Fazit:

Learning: Kommunikation und Menschenkenntnis

Dauer: Mehrere Tage bis Wochen

Bezahlung: Mittel, oft Provision nach Anzahl der Abschlüsse

Quali: Keine, Erfahrung in Vertrieb gewünscht Location: Stationär, oft Wochenende

….and Desaster

Neben kommunikativen Fertigkeiten, gibt es viele Jobs, welche einem eine hohe Stressresistenz vermitteln, das Organisationsgeschick stärken und ein Beleg für die charakterliche Reife einer Person darstellt.

Nachts, kurz vor 1h im Zentrum einer Großstadt- wenn der kleine oder große Hunger kommt, strömen sie alle, Hipster, jung und Alt, Partypeople und zur Nachtschichtgeher, in die einschlägigen Fast Food Ketten und geben im Minutentakt Bestellungen auf: Burger, Pommes, Chicken Teile und dazu Softdrinks.

Die Schlange ist lang, Trinkgeld gibt es keines, das Servicepersonal trägt einheitliche Kleidung, die Migrantenquote unter der Belegschaft ist hoch und da man mit Menschen aus allen Schichten zu tun hat, ist es eine der letzten Gesellschaftlichen Kristallisationspunkte.

Die Arbeit der Menschen, welche einem die Burger, Pommes, Chicken Teile und dazu Softdrinks reichen, wird auf der Beliebtheitsskala als sehr gering eingeschätzt – das geflügelte Wort der Mc Jobs für einfach Tätigkeiten für ungelernte Kräfte, machte in den 90ern die Runde.

Und ja zugegeben, es gibt lukrativere, prestigeträchtigere Jobs – aber hey, wo lernt man jeden Tag allerhand Menschen kennen und sich in absoluten Stress-Situationen zu behaupten?

Eigenschaften, welche man auch als Mediziner, Jurist oder Steuerberater benötigt, allesamt Tätigkeiten, in denen es mal heiß hergeht und man einen sehr kühlen Kopf bewahren muss.

Diversity Manager

Als Bonus stärkt diese Tätigkeit die persönliche Diversitäts-Kompetenz allgemein. Die Belegschaften in der Systemgastronomie, so der offizielle Name dieser Branche, sind sehr bunt, und kommen aus über Hundert Ländern.

Niemals im Leben bekommt man Einblicke in das Leben von Menschen, welche so mitten unter uns leben, aber sich doch weit außerhalb der meisten Komfortzonen der meisten abspielen.

Fazit:

Learning: Streßtoleranz und Diversity Kompetenz, Organisation

Dauer: Mehrere Wochen bis Jahre

Bezahlung: Mittel

Quali: Keine, Erfahrung in Vertrieb gewünscht

Location: Stationär, teils Nacht- und Wochenenddienste

Etwas mehr Erfahrung wird für eine Tätigkeit in der Gastronomie benötigt. Einer Kneipe, Disco, einem Restaurant. Da kann es oftmals hilfreich sein, sich mit einer Erfahrung in der Systemgastronomie zu punkten, um als Thekenkraft oder Kellner zu arbeiten. Bestellungen aufnehmen, flotten Sprüchen kontern, Gäste begrüßen– es gibt einiges an Serviceexpertise einzubringen.

Master of Menschenkenntnis

Vorteilhaft an diesen Jobs ist, man kann sie immer wieder in Lebensphasen ausüben, wenn es finanziell eng wird- Umschulung, Neue Lebensplanung, Selbständigkeit. Die Trinkgelder fließen nicht mehr so üppig, aber wir Menschen lieben es noch immer, auszugehen und in Gemeinschaft zu essen und zu trinken.

Fazit:

Learning: Serviceorientierung und Organisation

Dauer: Mehrere Wochen bis Jahre

Bezahlung: Mittel bis höher

Quali: Erfahrung in Gastro gewünscht

Location: Stationär, teils Nacht- und Wochenenddienste, Feiertag.

Als Unterart davon kann man Personal an Tankstellen ansehen, welche mitterweile einen regen Verkaufsstand inkludieren – mit Backstube. Durch die Ausweitung der Öffnungszeiten und der informellen Treffpunkte an den Bistros sind Tankstellen zu einer Mischung aus Kneipe, Supermarkt und Jugendtreff geworden.

Vor allem die gutbezahlten Nachtdienste haben schon für einige einen enormen Erfahrungsschatz gebracht – von der Kompetenz zum Netzwerken ganz zu schweigen.

Tankstellen bilden mittlerweile auch zu Einzelhandelskaufleuten aus und haben ihr Renomee enorm gesteigert.

Fazit:

Learning: Serviceorientierung und Organisation

Dauer: Mehrere Wochen bis Monate

Bezahlung: niedrig bis mittel

Quali: ohne

Location: Stationär, teils Nacht- und Wochenenddienste, Feiertag.

Abmarschbereit

Die Wehrpflicht, über Generationen galt diese Dienstzeit in der Armee als Generationen Märchenstunde. Das Tragen von Uniform, das Schießen auf dem Übungsplatz, das Marschieren im Wald und vor allem das biwakieren für mehrere Tage ist stilbildend in die Erziehung (und vor allem die Erzählungen darüber) von Generationen junger Männer eingegangen.

Als Abbild der gesellschaftlichen Realitäten, wurde die Bundeswehrzeit von ihren Bewunderern hoch angesehen, und Männer, die „gedient“ hatten, wurden im Kreise von ebenfalls gedienten Vorgesetzten in Betrieben immer anders angesehen wie Zivildienstleistende oder ausgemusterte.

Die Sprache, die an abgründigen Humor überschreitenden Dienstanweisungen (Ab 1,50 m Wassertiefe startet der Soldat mit selbständigen Schwimmbewegungen, die Grußpflicht entfällt) wurden zu Mythen und Legenden.

Seit 2011 ist diese Zeit Geschichte und wer möchte darf ein halbes Jahr Dienst am Staat tun – strikt organisiert, uniformiert und mit stark getaktetem Tagesablauf. Das ist nur etwas für Liebhaber, Abenteurer und Armee-Fetischisten.

Real Escape Specialists

Als Dank winken allerdings Verantwortungsgefühl, Organisationsfähigkeit, Hierachieakzeptanz. Und die Gewissheit, dass die Bundeswehr nicht so spannend ist wie Rambo…

Fazit:

Learning: Disziplin, Organisation

Dauer: Ein halbes Jahr

Bezahlung: Mittel

Quali: Hauptschulabschluss

Location: Stationär, Unterbringung teils Deutschlandweit

Wer es lässiger haben möchte, aber an seiner Disziplin arbeiten und sich für Pluralität und Demokratie stark machen möchte, kann sich als Austräger für die Tageszeitung verdingen. Sehr frühs werden für den jeweiligen Bezirken die Zeitungen verpackt geliefert und in die Briefkästen gebracht.

Der Digitalisierung zum Trotz.

Also z.B. auf das Rad und in aller Frühe, bei Wind und Wetter Printprodukte gerollt in die Briefkästen stecken oder in die Zeitungsboxen, ganz old school. Früh aufstehen ist etwas, dass den meisten widerstrebt.

Auch mit ekligem Wind und starken Regen wälzen sich die meisten Menschen lieber im warmen Bettchen. Weil aber sehr viele Menschen so denken, hebt man sich mit diesen Tätigkeiten und der erworbenen Fähigkeit und Disziplin von vielen anderen sehr ab.

Professional Paper Deliverer

Fazit:

Learning: Serviceorientierung und Disziplin

Dauer: Mehrere Wochen bis Jahre

Bezahlung: Mittel

Quali: ohne

Location: im freien

5.000,- € an EINEM Tag…

Große Industrieunternehmen mit tiefen und breiten Wertschöpfungsketten lösen das Versprechen all der Coaches und Blender ein: An einem Tag 5000 Euro verdienen. Und zwar an dem Tag, an dem man seine Lohntüte abholt, der Ferienjob vorbei ist und man etwas geschaffen hat.

Manufacturing Experts

Ob am Fließband Teile zurichten, in der Logistik kommissionieren oder als Produktionshelfer it ist the Industry, stupid. Zu sehen, wie Produktion verläuft und abgeht, mit Kolleg:innen aus vielen Ländern arbeiten und zusammen Pausen verbringen ist ungeheuer stilbildend und charakterlich prägend.

Die meisten von uns verrichten Tätigkeiten, wo sie mit ihren Händen über Bildschirme wischen oder Tasten klappern. Aber Good old Industry wird immer weniger.

Fazit:

Learning: Serviceorientierung und Organisation

Dauer: Mehrere Wochen bis Jahre

Bezahlung: Mittel bis höher

Quali: Erfahrung in Gastro gewünscht

Location: Stationär, teils Nacht- und Wochenenddienste, Feiertag.

Ganz unten…

Es gibt wenige Berufe auf dieser Welt, welche seit Jahrtausenden gleichgeblieben sind, deren Prozess weder in andere Länder ausgelagert werden wird, oder durch Digitale Tools erleichtert wird, oder man gar im Home Office machen kann, dessen Ergebnis allerdings für die zivilisierte Menschensein spricht: das Putzen.

Egal ob Zimmerböden, Fenster, den Küchenherd, Sofagarnituren, Bürotrakte, Geschäftsräume, Zugabteile oder Stadien – Schmutz, Müll und eklige Gerüche stoßen Menschen kulturübergreifend ab.

Cleaning Manager

Die Damen und Herren (in vielen Kulturkreisen wird es als reine Frauenarbeit verrichtet) machen mitunter harte, „ehrliche“ Arbeit, denn man wird dies kaum ersetzen können und es ist absolut notwendig dies zu tun.

Besonderheit dabei ist, dass man in keinem Job so viel über Gruppendynamische Prozesse lernt (Das Schichtensystem ist mitunter abenteuerlich, ebenso die Vorarbeiter) und Hierarchien kennen- und schätzen lernt.

Ebenso entwickelt man sein räumliches Vorstellungsvermögen (wie lange wird für die Reinigung dieses Büros, dieses Flurs, dieser Glasscheiben benötigt) und sammelt Erfahrungen, für die es schlichtweg kein Studiengang gibt die allerdings als wichtige Kompetenzen in der heutigen Phrasen- und PR Welt dienen:

Arbeiten zu erledigen, welche nicht ruhmreich sind, und solche welche Hingabe erfordern. Dem Verfasser sind Bankbetriebswirte bekannt, welche zu beginn ihrer Migration in Deutschland als Putzkräfte begonnen haben.

Und seine Migrationskompetenz schult man hier in wenigen Wochen stärker, als in jedem Diversity Workshop.

Fazit:

Learning: Serviceorientierung und Organisation

Dauer: Mehrere Wochen bis Monate

Bezahlung: Mittel

Quali: keine

Location: Stationär. Teils in wechselnden Objekten

Einlasskontrollen, im Museum auf Streife laufen, Objekte bewachen oder bei großen Messen oder Festivals die Menge hinter dem Absperrband halten, dazu eine Uniform tragen und über eine Autorität verfügen- besonders viele junge Männer finden eine solche Position erstrebenswert.

Professional Safe Maker

Doch die rechtliche Handhabe der Security-Personen ist stark beschränkt – Staatsgewalt ist nach wie vor die Polizei und das Security Personal soll vor allem visuell das Sicherheitsgefühl erhöhen und über rhetorische Kompetenzen verfügen – Konflikte deeskalieren, Provokationen entschärfen oder auch Hifestellungen bieten bei Fragen.

Dieser Job wird stark nachgefragt, sei es bei Messen, Kongressen oder auch öffentlichen Veranstaltungen. Und einige Personen haben in jüngeren Jahren solche Tätigkeiten verrichtet und sich darauf aufbauend eine starke Expertise angeeignet. Voraussetzung dafür ist ein Zugang mithilfe eines IHK Zertifikates, als einwöchige sog. Unterweisung oder konkreter als Sachkundeprüfung mit mündlicher und schriftlicher Kompetenzprüfung.

Je nach Arbeitgeber und dessen Kunden kann man sich regelmäßig oder seltener anstellen lassen. Lohn sind eine sehr hohe Stresstoleranz, Menschenkenntnis, Deeskalationskompetenz, die sich auch in Verhandlungen über Käufe in großen Firmen auszahlen können oder einfach das Gefühl, Sicherheit auszustrahlen.

Learning: Stresstoleranz und Menschenkenntnis

Dauer: Mehrere Wochen bis Monate oder Jahre

Bezahlung: Mittel

Quali: Unterweisung oder Sachkundeprüfung

Location: Stationär. Teils in wechselnden Objekten

Benefit

Ja, Hand aufs Herz – man hat auf solche Jobs erst mal keinen Bock – Fremde Leute anrufen, denen etwas aufschwatzen, Klos putzen, in einem Laden stehen und Kunden beraten, oder auch als Promoter in einem albernen Kostüm verkleidet die Leute in Fußgängerzonen betüddeln.

Aber mal ehrlich: Solche Kompetenzen und Erfahrungswerte Jahre später im künstlich anmutenden Workshop Ambiente zu erleben, für überteuertes Geld – Nein, Danke!!! Und ehrlich gesagt- das Erleben ist etwas, das wirklich unbezahlbar ist. Und für die Persönlichkeitsentwicklung geradezu unbezahlbar!

Es ist erstaunlich, wie viele sehr erfolgreiche und in Prestigejobs tätigen Menschen eine Mc Job Erfahrung gesammelt haben.

Der Verfasser fluchte einst über seine Call Center Arbeit- heute ist er dafür sehr dankbar.

KopfArbeit

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