KopfArbeit

- Von: René Schindler
- Lesedauer: 8 Minuten
- Lerne wichtige Organisationstools für Abschlussarbeiten kennen
Oder: warum Du mit diesen 4 ultimativen Hacks und der richtigen Organisation jede Abschlussarbeit (Bachelor,- Master,- oder Haus- und Projektarbeit) gewuppt bekommst und dein Leben stressfreier genießt.
Wer kennt das nicht..
„Boah, was für ein Stress. Meine Masterarbeit muss in 6 Wochen fertig sein“, stöhnt mein Kumpel Oliver, 26 und Biochemie Student an der Uni. „Ich muss das Ding Korrektur lesen, in Druck geben und noch mal alle Quellen checken. Parallel meinen Neuseeland Trip planen und noch Bewerbungen abschicken. „
Man kann förmlich spüren, wie sehr dem angehenden Bio-Chemiker die Deadline für das formale Ende seiner Jahrelangen Studien zusetzt.
Klar, die Abschlussarbeit soll unter Beweis stellen, dass die Person etwas kann. Meist wird zu Begin eine erforderliche Seitenanzahl vorgegeben und das Thema. Alleine die Titelfindung kann schon einmal schlaflose Nächte bereiten.

Dann geht es ans fleißige Schreiben. Wort um Wort, Satz um Satz. Zeile um Zeile. Oliver quält sich durch. Trotz zahlreicher attraktiver Verheißungen wie Sommer, Open-Air-Festivals und anderer Verlockungen.
Für Oliver stellt die rechtzeitige Abgabe der Masterarbeit das Tor ins Berufsleben dar, dass sich für angehende MINT Absolvent:innen zur Zeit gut anfühlt. Gesuchte Fachkräfte, welche vielleicht wegweisende Impfstoffe erfinden, das Klimaproblem lösen werden oder unsere Plastikfreie Zukunft entwerfen…
Aber zuerst die doofe Masterarbeit. Texte am Laptop schreiben, Quellen recherchieren, schwitzend in der Uni Bibliothek recherchieren und 80 Seiten vollbekommen. Saubere Arbeit mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Und dafür tolle Sommerabende verstreichen lassen.

Keine Live Konzerte, keine Cocktails und kein Open Air Kino oder Festivalbesuche… Zum Haare raufen…. Leider gibt es mit Social-Media, Video Streaming Diensten und dem Internet genug Zeitfresser (gn), aber um sein eigenes Zeitmanagement zu steigern, sollte man sich davon losreißen!
Als Oliver zuletzt auf den Kalender gekuckt hatte, stellte er genervt fest, dass der Geburtstag von Onkel Herbert ansteht, eine dieser lästigen Pflichtveranstaltungen welche nur Zeit fressen, ihm aber wenig bringen.
Was also tun? Er muss regelmäßig in der Bibliothek, dort kann er Bücher leihen aber auch die ruhigen Schreibecken nutzen. Dazu noch seine Gliederung, verfassen, Texte schreiben und auf Schreibfehler überprüfen (lassen). Alle Quellen angeben und dazu die verflixten Fußnoten… Nerv!!! Oliver wird die nächsten Monate auf viel Freizeit verzichten müssen. Auf Life-Konzerte und Open-Air-Kinos und Kneipenabende und vieles anderes.
Hack #1
Unabhängig welche Abschlussarbeit man verfasst, gibt es einige Hacks in Organisation und Zeitmanagement um sein Leben gut geplant durch diese stressige Zeit zu bekommen.
Der erste davon ist, sich ein Stundenkontingent fix einzuplanen und das auf den Zeitraum in welchem die Arbeit erstellt werden soll runter zu brechen.
Z.B. 200 Stunden insgesamt, macht bei 5 Stunden am Tag bei 40 Tagen!
Im nächsten Schritt legt man sich einen Wandkalender zu und markiert sich alle Termine, die anstehen und markiert diese farbig. Es empfiehlt sich eine Signalfarbe wie Rot oder Orange zu verwenden. Also auch der runde Geburtstag des nervigen Onkel Herbert bekommt einen Marker. 19-23h. Es leuchtet ein, dass man am folgenden Tag nicht unbedingt um 7-30h loslegt mit dem Schreiben ;-).

Aber vielleicht von 12 Uhr bis 17 Uhr. Dabei bitte kleine Pausen nicht vergessen.
Durch den Wandkalender, welcher gut sichtbar angebracht wird und regelmäßig im Blickfeld ist, hat man sofort alle Termine in Erinnerung und weiss wo man Zeitpuffer benötigt und ob man evtl. Überstunden machen kann.
Das ist der Vorteil eines Workflows- ist man im Schreibprozess, finden sich kreative Sätze und Wörter und Ideen. Die Zeit vergeht oft wie im Flug. Dann werden aus vorgenommenen 4 Stunden Schreibarbeit gut und gerne mal 5 oder 6 Stunden. Diese Überstunden werden dann gutgeschrieben, so dass man für die Folgewoche dafür 2 Stunden länger zu Onkel Herberts Geburtstag kommen kann. Oder andere Dinge erledigt.
Ach ja- ganz wichtig: Schalte während deiner Schreibphasen dein Smartphone aus und schalte Messenger und ähnliches auf Stumm. Jegliche Unterbrechung und sei es nur für 30 Sekunden kostet dich Studien zufolge das fünffache an Zeit, wieder in Deine Arbeit „reinzukommen“. Daher besser diese Dinge gleich stumm zu schalten.
Hack # 2
Ein ebenfalls wichtiger Hack mit Zeit ist der, sich Frühzeitig um Fachliteratur, Vorbestellungen in Bibliotheken und Probeabos von Magazinen zu kümmern. Viele Fachmagazine bieten ein umfangreiches Archivmaterial aus den in der jeweiligen Publikation erschienen Texten an. Dieses jedoch Kostenpflichtig. Als Abonnent der Publikation erhält man Zutritt zu dieser Quelle.
Daher lohnt es sich oft, für ein paar Wochen oder Monate ein Probeabo einer Fachzeitschrift abzuschließen um für die Dauer der Abschluss- oder Projektarbeit diese Quellen zu nutzen. Das gleiche empfiehlt sich bei Bibliotheken, oder Fachverbänden oder in beruflichen Netzwerken wie z.B. LinkedIn oder Xing.
Am besten sich frühzeitig Zugänge zu allen Bibliotheken zuzulegen (Außer der Unibibliothek lohnt sich vielleicht eine Mitgliedschaft in der Deutschen Nationalbibliothek, und evtl. in der Stadtbibliothek.) Gerade in größeren Städten ist der Bestand an Fachzeitschriften der Bilbiotheken in den letzen Jahren immens gewachsen.
Ebenso verhält es sich mit Internetforen, Blogs und Behörden. Speichere solche Quellen ab und trage dich für Newsletter o ä. ein. Frühzeitig säen um später zu ernten, das war eine Weisheit welche bereits unsere Vorfahren in der Landwirtschaft umsetzten.
Hack # 3
Ein weiterer, oft unterschätzter Hack bei der Erstellung von Abschluss- und Projektarbeiten hat seinen Ursprung in den industriellen Fertigungsprozessen des ausgehenden 19 Jahrhunderts. Die sogenannte Parallelisierung.

Während Handwerker:innen fokussiert alles von Hand erstellen und arbeiten, egal ob es sich um Tischlerhandwerk, Haarschnitte beim Coiffeur oder Sanitärhandwerk handelt- man war stets mit einer Sache beschäftigt.
Wie kannst Du das aber für die Arbeit an der Abschlußarbeit nutzen? Du fährst mit dem Zug zu Onkel Herbert und hast dich sonst durch Social Media gescrollt?
Wunderbar, jetzt kannst du PDF sichten oder Artikel Querlesen und hältst diese Ergebnisse am besten in einem handlichen DIN A 6 Büchlein fest. Das du sowieso immer mit dir führen solltest um brilliante Geistesblitze oder ähnliches dort festhalten.
Warum in keiner App? Naja weil es etwas anders ist mit einem Stift auf ein Papier mit den Händen etwas festhalten als in einer App.
Das Modell des Prozessparallelisierens kannst Du auch im Fitnessstudio nutzen, um auf den Cardio Geräten anstatt Musik einen fachlichen Podcast zu hören. Oder auf dem Liegefahrrad deine Arbeit quer zu lesen.

Mache Dir bewusst, dass du viele Tätigkeiten ausübst, welche Du anders lösen kannst. Selbst Autofahren steht für Individualität und Freiheit. Aber raubt dir vel Zeit um z.B. wichtige Quellen zu sichten, zu lesen oder Textbausteine zu entwerfen.
Hack # 4
Ein besonders nerviger Faktor für viele Erstellerinnen und Erstellern von Projekt- und Abschlussarbeiten ist es, etwas aufzuschreiben und die Quelle später dann mal nachzutragen…
Schwerwiegender Fehler, welcher sich als Knock-out herausstellen kann. Vielleicht hast du das Buch schon zurückgegeben? Oder war es eine Fachzeitschrift? Mist, wer weiss das nach einigen Wochen Schreibphase noch…
Vor allem das letze Viertel der Zeit sollte für das Korrekturlesen und das nachjustieren von Inhalten genutzt werden, nicht unbedingt für das hektische Suchen von Quellen für die Fußnote und das Literaturverzeichnis.
Dann gleich in den sauren Apfel beißen und jede Quelle beim erstmaligen Auftreten zitieren, mit Titel, Autor, Verlagsort und Jahr sowie der Seitenzahl. Es sind schon prominente Politiker über Fußnoten in deren Abschlussarbeiten gestürzt.

Niemand wird jemals alle Fußnoten auf exakte Korrektheit überprüfen. Aber falls bei ein, zwei Kontrollen diese Unstimmigkeiten aufweisen, wird das genauer unter die Lupe genommen.
Beim wissenschaftlichen Arbeiten wird nicht immer das Rad neu erfunden – aber korrekt zitieren sollte man schon können.
Der folgende Punkt sollte selbstverständlich sein, so dass keine eigene Erwähnung erforderlich ist- die Arbeit regelmäßig abspeichern auf externen Medien wie USB Stick oder einer Festplatte. Das erspart Zeit und viele Nerven bei einem Absturz oder Crash der Festplatte.
Mein Freund Oliver sendete mir ein Selfie, wie er mit einer Bekanntschaft auf einem Open-Air-Festival die letzte Tage des Sommer genosss und seine Masterarbeit mit sehr gut abschloss.

Einerseits durch Disziplin, aber vor allem durch die Umsetzung der 4 Hacks.
Vier gewinnt eben.